Wahlprogramm
Stadtentwicklung unter Bürgerbeteiligung - Stadtentwicklungsplan 2018Wo wollen wir in sechs bis zehn Jahren stehen? Was soll bis dahin erreicht werden? Dabei geht es um Fragen der Infrastruktur, der Wegeplanung für Verkehr und eine gute Beschilderung für Fußgänger, eines attraktiven Stadtkerns mit lebenswerten Stadtteilen und nicht zuletzt der Stärkung und Weiterentwicklung des Einzelhandels. Das lange vernachlässigte Thema „nachhaltiges Verkehrskonzept“ muss angegangen werden.
Wir brauchen für den Durchgangsverkehr einen zügigen Abfluss und für Besucher eine einfache und gut ersichtliche Wegeführung inklusive eines Parkleitsystems. Ebenso benötigen wir einen Sanierungsplan für unsere Straßen, in dem eine Rangfolge der Baumaßnahmen festgelegt werden muss. Die Einbahnstraßenregelung in der Hauptstraße hat zur Folge, dass die Verkehrsführung unübersichtlicher geworden ist und die Altstadt hohen Belastungen ausgesetzt ist.
Statt neue Flächen auf der „grünen Wiese“ zu erschließen müssen wir in die jetzige Strukur investieren und die Innenstadt attraktiv halten. Wirtschaftsförderung muss planvoll und zielgerichtet betrieben werden. Die Konzentration der Geschäfte im Zentrum ist der richtige Weg. Die Einzelhändler und Gastronomen sind in einer schwierigen Situation. Die Menschen haben ihr Einkaufsverhalten geändert und die finanziellen Möglichkeiten sind bei vielen Bürgerinnen und Bürgern eingeschränkt. Wir müssen es unseren Geschäftsleuten bei Anträgen und Bewilligungen daher so einfach wie möglich machen.
Der Rückgang der Bevölkerungszahl bei den "unter 35 - Jährigen", bzw. die zahlenmäßige bzw. prozentuale Zunahme der Älteren muss in der Stadtentwicklung berücksichtigt werden. Gleichzeitig müssen wir für die Gruppe der 20- bis 35-Jährigen und für Familien wieder attraktiver werden. An den Wegen, die in unserer Stadt von Fußgängern benutzt werden, müssen an geeigneten Stellen „Verweilzonen“ eingerichtet werden. Neben Sitzgelegenheiten und Papierkörben sollte hier auch eine angenehme Gestaltung vorgenommen werden. Außerdem müssen ausreichend Möglichkeiten zur Benutzung einer Toilette vorhanden sein. Diese müssen gut gekennzeichnet sein. Eine Kooperation mit den Gewerbetreibenden ist zu diesem Thema anzustreben.
Um ein gutes Stadtbild zu erreichen können in „Bürgertagen“ Aktionen zur Verschönerung durchgeführt werden und Patenschaften für Teilflächen vergeben und übernommen werden. Durch meine Gespräche weiß ich, dass in der Bevölkerung dafür eine hohe Bereitschaft vorhanden ist.
Zusätzlich muss die Verschönerung von Gebäuden, die sich in Privateigentum befinden, anerkannt und honoriert werden. Investitionen in den Bestand sind wichtig um ein schönes Stadtbild zu erhalten, eine qualitativ hochwertige Beratung im Sinne einer Lotsenfunktion von Seiten der Verwaltung muss hierzu vorgehalten werden.
Die Anbindung der Stadtteile an die Kernstadt muss durch ein gutes Angebot im öffentlichen Nahverkehr sowie neuen Konzepten der Personenbeförderung sichergestellt werden. Denkbar sind geregelte Mitfahrmöglichkeiten. Diese können von Anwohnern und Institutionen angeboten werden, die auf diesen Strecken einen freien Platz in ihrem Auto zur Verfügung stellen können. Die Oreg hat in diesem Sinne für den gesamten Odenwaldkreis ein Konzept erstellt, eine Kooperation mit ihr ist daher anzustreben.
Die Ortsbeiräte erfüllen in den Stadtteilen eine wichtige Funktion. Sie stellen eine Verbindung zwischen den Belangen der Stadtteile und der Verwaltung her. Ein eigenes Budget stärkt und erleichtert die Arbeit der Ortsbeiräte. Regelmäßige Zusammenkünfte mit allen Ortsbeiräten, um rechtzeitig Themen der Stadtteile sowie anstehende Entscheidungen besprechen zu können, sind für mich selbstverständlich.
Die Freizeitangebote und kulturellen Angebote für alle Altersgruppen müssen ausgebaut werden. Der Einwohnerrückgang darf nicht zu weniger Angeboten führen. Bei den 20- bis 35-Jährigen verzeichnen wir einen besonderen Rückgang. Die Bedürfnisse dieser Personengruppe muss stärker erfragt und berücksichtigt werden.
Die Großprojekte der vergangenen Jahre haben die Stadt finanziell in die Enge getrieben – die Handlungsfähigkeit der Stadt ist dadurch in Frage gestellt. Nun gilt es die vielen kleinen Dinge, die die Stadt lebens- und liebenswerter machen, anzugehen und auszubauen – für die Bürgerinnen und Bürger und für unsere Gäste.
Erbach sind wir alle zusammen, daher ist es für mich selbstverständlich, dass wichtige Entscheidungen transparent gemacht und mit Ihnen abgestimmt werden. Ich möchte Ihre Meinungen aufgreifen und Sie in Entscheidungen einbeziehen. Dies möchte ich durch rechtzeitiges Informieren, Zuhören und Beteiligen erreichen.
„Rat – Haus“:
Ein „Rat-Haus“ muss mehr sein als eine Verwaltung. Bürgerinnen und Bürger müssen für ihre vielfältigen Anliegen und Lebenslagen einen Rat und eine „Be – Ratung“ erhalten. Dazu gehören auch bürgerfreundliche Öffnungszeiten – ein „Dienstleistungsabend“ soll eingeführt werden. Das Ziel muss sein den Menschen den Alltag zu erleichtern. Das gilt für Menschen, die sich als Einzelhändler und Gewerbetreibende engagieren genauso wie für Menschen die Landwirtschaft betreiben, als Schulabgänger einen Ausbildungsplatz suchen oder Beratung in Familienfragen suchen. Nur so kann die moderne Verwaltung als das verstanden werden, was sie sein soll: Ein Dienstleister für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen. Dies setzt eine hohe sowie stete Motivation, gutes Wissen über die Erbacher Infrastruktur und eine gute Weiterqualifizierung der Mitarbeiter/innen voraus, die ich mir zur persönlichen Aufgabe machen werde. Mindestens einmal jährlich soll sich die Verwaltung bei der Präsentation des kommunalen Haushaltes mit ihren Arbeitsschwerpunkten und Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger der Bevölkerung präsentieren und für Fragen zur Verfügung stehen.
Ich werde mit dem Stadtentwicklungsplan 2018 eine Grundlage für eine zukunftssichere und nachhaltige Entwicklung unter Ihrer Beteiligung legen. Mein Team heißt Erbach!
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